neid

Neid mag sich innerlich nicht gut anfühlen. Wie ein schwerer Stein liegt er in unserem Körper, verbreitet sich darin wie ein unaufhörlicher Nebel, der unsere Zukunft versperrt. Aber Neid ist ein großartiges Gefühl, um seine tiefsten Wünsche und Schwächen herauszufinden. Begegnet man Menschen, die man beneidet, begegnet man einem eigenen Ich, das sich nach jenen Stärken, Erfolgen und Menschen seht. Es ist also der Moment, indem wir begreifen, was uns selbst fehlt. Es ist daher im Grunde genommen der beste Weg, heraus zu finden, woran man an sich selbst arbeiten muss. Freut euch, wenn ihr in Etappen neidisch seid, aber tut alles dafür, um es nicht zu sein. Seid ihr es wieder, freut euch erneut darüber, arbeitet an euch und eurem Leben, geht euren Wünschen und Lieben nach. Statt das Leben der Anderen zu beobachten, erlebt selbst alle Ziele, die ihr euch setzt.

ich verzichte auf die Kunst, niemals auf die Poesie

Nennen wir den Glauben Wissenschaft oder Gott, nennen wir das Gefühl eine chemische Verbindung oder Liebe, nennen wir das Leben Poesie oder Poesie, ich kann so sehr ich mich auch bemühe für die Poesie den unpoetischen Gegensatz nicht finden. Die Poesie existiert ohne Gegensatz. Sehen wir die Poesie in Allem, so erkennen wir die Schönheit des Lebens so entrinnen wir der der zerbrechlichen Perspektive der Aufklärung. Mit der Poesie lernt man die Schönheit des Lebens zu erleben und lieben zu lernen.

selbst einseitige Liebe macht den Menschen glücklich

Wie viele Menschen vergaßen sich selbst, indem sie sich glaubhaft machten, etwas zu lieben, was ihnen nur dazu diente, nicht zu fallen ohne sich je selbst verstanden zu haben.

Wenn der Mensch liebt, so vergisst er, liebend gern sich selbst.

Und doch, glaubte ich, dass mehr Menschen aus Vernunft zueinander fanden, statt aus Liebe. Aber die Essenz der Liebe war so stark, dass sie selbst die einseitige Liebe den Menschen nicht leiden ließe.

Denn die wahrhaftige Liebe bereicherte den Menschen, sei sie auch einseitig. Denn, wenn der Mensch liebt, liebt er, bedingungslos, ohne Hintergedanken, leidenschaftlich.

Vielleicht musste ich es sein, der den Begriff der Liebe falsch verstanden hatte. Aber die Essenz der Liebe konnte kein Leid in mir hervorrufen, sie stärkte mich, all das, wofür ich liebte, stärkte. So konnte ich von der Ferne lieben, einseitig, aber leidenschaftlich, denn ich lernte für das Leben.

Denn jedes der Menschen, jedes der Dinge, die wir liebten, liebten wir nicht grundlos, wir liebten sie für etwas, das sie waren. Dieses Etwas musste etwas sein, von dem wir glaubten, dass es das Leben lebenswerter machte.

Ob einen Menschen, oder etwas so scheinbar Brauchbares wie den Wein. Ohne Leidenschaft so war selbst die Zweisamkeit nichts als eine Lüge, die ein Gefühl der Leere hinterließ. Lieben sollte der Mensch bloß um zu lernen, das Leben zu meistern. Schönstmöglich.

Was willst du werden?

In meinem Alptraum von letzter Nacht spürte ich eine Angst, vor der ich mich lange zuvor bewusst fürchtete. Durch meinen Körper fuhr die Zeit, rasend schnell, ich sah die Zahlen rennen, sie fielen die Treppe hinunter die Zahlen, sie machten mich alt, sie machten mich älter ohne gelebt zu haben. Sie zählten ungewohnt schnell dem Tode entgegen. Ich konnte sie nicht aufhalten. Es schmerzte. Der Gedanke, älter zu werden schmerzte nicht im Traum, der Gedanke die Jugend zu verlieren, schmerzte. Denn um zu reifen, muss man gelebt haben. Um zu leben, muss man reifen. Es schmerzte, älter zu werden, ohne das Leben zu leben. Die Zahlen liefen mir davon wie das Leben, schweigsam gefesselt sah ich sie an mir vorbei ziehen, mein Leben vorbei ziehen.

Erwachen wir eines Tages, blicken in den Spiegel und sehen, dass unser Leben sich dem Ende neigt. Wer hat nicht die Angst, vor diesem Tag, wenn er bemerkt, dass er keines seiner Träume gelebt hat?

Je älter ich werde, desto seltener fragt man mich, “was möchtes du einmal werden, wenn du groß bist?” Ich bin noch nicht groß, ich bin erst dann groß, wenn ich etwas geworden bin. Wenn wir älter werden, wenn wir meinen, dem Kind nicht zu gleichen, fragt man uns nicht mehr, man hört auf. Dabei werden wir jeden Tag, jede Sekunde. Wir werden groß, wir werden klein. Wir nähern uns Träumen, wir entfernen uns von ihnen.

Ich glaube nicht daran, alt zu werfen, ich glaube an ein Leben, indem man reift, und größer wird, nicht schwächer. Ich glaube nicht daran, meine Jugend zu verlieren. Die Jugend lebt in mir, solange ich sie selbst nähre, solange ich zulasse, jung zu sein, frisch und munter. Dazu braucht es die Augen eines Kindes, sie formen meine Gesichtszüge, sie zaubern das Lächeln, wenn ich naiv mit reinem Herzen an meine Träume glaube, an die Menschen, die ich liebe, an die Magie des fliegenden Marienkäfers, an die Magie seiner sich spiegelnden Punkte, die mir Glück bescheren. Die Augen eines Kindes machen mich erst zum Kind, das unschuldige Herz, die große Hoffnung, der Glaube an das Gute, die Frage: Was will ich werden, wenn ich groß bin.