Als Thomas mir rät, weiterhin darüber zu schreiben, was mich fasziniert, beginne ich mit ihm und seiner Liebe zur Musik.

 

Er steht ungern im Mittelpunkt, spricht wenig, er ist einer von den Stillen und dabei einer von den wenigen, die nachdenken bevor sie etwas sagen. Denn, der, der ihn kennt, kennt ihn viel mehr für die Musik, die er auflegt. Thomas Hammann ist seit zehn Jahren Disc Jokey im Robert Johnson, doch nicht nur dort legt er auf.

Diese Berufung zeigt eigentlich, wie widersprüchlich der Zusammenfluss seiner verschiedenen Charaktereigenschaften ist. Denn wir wissen alle, wie laut er sein kann, wenn er will.

Hamann legt nicht einfach eine Platten auf, weil sich ein hübsches Mädchen an einen DJ-Pult lehnt, mit den Wimpern klimpert und dabei ein Liedchen wünscht. Ein stiller Mensch wie Thomas legt auf, weil er gerne Geschichten erzählt, stundenlang, wie er selbst sagt und wer ihn kennt, weiß, ob er diese lachend oder weinend erzählt.

Doch woran jeder andere in diesem Raum denken möchte, ist ihm selbst überlassen. Die Antwort der Zuhörer ist die ewige Bewegung. Denn jeden, den Thomas mit seinen Erzählungen rührt, tanzt die Nacht durch. Das ist genau das, was ihn selbst dabei fasziniert: der Effekt mit der Auswahl an Musik, die ganz allein er selbst trifft.

Bevor Thomas die Schallplatte einsetzt, hebt er sie hoch in die Luft,und macht im nächsten Moment jede Unbekannte zu einer Goldenen. Über der Kasse seines Ladens Pentagon in Darmstadt, indem es Klamotten und Platten zu kaufen gibt,hängt ein Statement-Shirt mit der Aufschrift: Vinyl kills Mp3.

Und wie die Ironie des Lebens auf das Leben nicht verzichten will, so sehnt auch er sich nach dem Allein-Sein zwischen all den Menschen.Doch das heißt nicht, dass er nicht den Luxus genießt, gebucht zu werden. Er ist DJ aus Leidenschaft. Dieser Titel hat für ihn nicht mangelnde Männlichkeit zu kompensieren.                                                                                                                                                                  Und so steht für ihn fest, er wird niemals aufhören, Geschichten zu erzählen.

„Seine Musik“ ist groovy, soulig, metropolitan, triumphierend, melancholisch, leicht und schenkt jedem für eine Nacht das Gefühl der Freiheit. Die Freiheit der Gefühle.Sie ist alles andere als rational, oder eine Abfloge von technisch erstellten dumpfen Töne, die an modularisierte Geräusche nervtötender Bauarbeiten erinnern lassen. Elektronisch, doch keinesfalls künstlich.

Tausend Adjektive tausender Geschichten nach wahrerer Begebenheit, tausender Nächte nach wahrer Begebenheit.

Wer die Gelegenheit hat, Thomas im Pentagon zu besuchen, sollte es tun, aber den Laden nicht ohne Tüten voller Weisheiten zu verlassen.

Und nur um auf den Geschmack kommen zu können, teile ich mit euch eine Weisheit, die Thomas vor weniger Zeit mit mir teilte und meinem Tag und den darauf ewig folgenden eine ganz neue Bedeutung gab.

„Die Menschen denken immer, dass sie etwas verlieren, wenn sie sich entscheiden müssen. Doch niemals erkennen sie dabei, dass sie eigentlich nur gewinnen.“ Thomas Hammann

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