Tags

, , ,

Vor vier Tagen hat das Ikonenmuseum in Frankfurt bekannt gegeben, dass die Ausstellung “MM – Die Ikone Marilyn Monroe” bis zum 10. März verlängert wird. Wer es bis jetzt noch nicht dorthin geschafft hat, sollte sich als begeisterter Fan diese Ausstellung nicht entgehen lassen!
Ihren 85. Geburtstag würde die Unsterbliche Marilyn Monroe am 01.Juni 2011 feiern. Das Ikonenmuseum in Frankfurt widmet ihr dazu eine Ausstellung.
300 Exponate aus dem Nachlass sind zu sehen, wovon vieles der Sammler und Mitkurator Ted Stampfer zur Verfügung stellte.
Das sehenswerte an der Ausstellung ist nicht allein der elfenbeinfarbene Satinmorgenmantel, in den einst Marilyn ihren begehrten Körper am Set von „Blondinen bevorzugt“ hüllte, sondern die Parallelen, die von der Kuratorin Snejanka Bauer gezogen werden. Profane und Sakrale Kunst finden ihren gemeinsamen Nenner: die Ikone. Marilyn wird nicht einfach nur als Ikone bezeichnet, sie wird selbst der ursprünglichen Bedeutung gerecht.

Die Wiederholung der Bildmotive und die serielle Anfertigung der Werke von Warhol erinnern an die der orthodoxen Bilderwelt, findet die Kuratorin. Außerdem wird die These aufgestellt, die Abbildung der Monroe könnte wahrlich davon inspiriert sein. Denn über den Künstler ist bekannt, dass er als Sohn einer Bauernfamilie griechisch-katholisch getauft wurde.

Doch auch die Ganzkörperakte auf rotem Samt des Fotografen Tom Kelley lassen deutlich erkennen, dass in der Darstellung der Heiligen und der Kultperson MM ein ähnliches Schema zu erkennen ist. „Es fehlt lediglich der Glaube“, es sei eine „verschiedene Verehrung“, doch beide vermitteln Werte und Normen, es sind nur nicht die gleichen.

Sie ist ein Gott der Konsumgesellschaft. Bilder eines Werbestars werden ins Zimmer gehängt. Moral und Lebensführung gleich mitgegeben: schön und reich möchte der Mensch sein, die höchsten Tugenden. Denn die Filme der Diva hat wohl heute keiner gesehen.

Auf der anderen Seite zeigt der Mitkurator uns eine ganz andere Marilyn. Neben ihrem eleganten Kleiderstil, der mit einer kleinen Auswahl an Kleidung der Designermarke JAX aus jahrelanger Filmgeschichte, kann Marilyn endlich für das, was sie jahrelang zu verborgen versuchte, bewundert werden.
Zitate einer klugen Frau, die die Fähigkeit der Selbstreflexion überaus gut beherrschte, sind verteilt schlicht schwarz auf weiß im Ausstellungsraum zu lesen.
Sie feiert ihren Geburtstag in der Öffentlichkeit, lässt sich gerne ablichten, scheint den Ruhm zu lieben, doch ihr ist bewusst, was ihre Schauspielkunst und ihre Persönlichkeit wirklich wert sind. „Hollywood ist ein Ort, wo sie dir 1000 Dollar für einen Kuss und 50 Cent für deine Seele zahlen.“

Und warum MM wirklich Selbstmord begangen haben könnte, wird auch zu beantworten versucht. Über einer Vitrine, gefüllt mit Zeitschriften, die ihren Tod dokumentieren, hängt ein vielsagendes Zitat: „Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich in einer kalten Nacht in an ihr wärmen.“

Die Ausstellung ist eine Collage aus Fotografien bis über Kitsch-Objekten. Doch sie zeigt die Schattenseiten ihrer Welt, die so dunkel sind, dass sie denjenigen, der in sie eintritt, fatal in den Tod stürzen lassen und einzig allein eine lobende Bezeichnung übrig haben, die der Gesegnete nicht einmal mitbekommt.

Advertisements