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Ein Modefreak würde das wahrscheinlich als „Lagen-Look“ bezeichnen, ein favorisierter Trend vor allem von den Berlinern. Doch wer die Arbeiten von Erwin Wurm kennt, weiß, das ist alles andere als eine Hommage. Die Modewelt habe Wurm schon immer fasziniert (Quelle: diepresse.de), doch dieses Mal wurde sie zur Dartscheibe seiner Kunst.
Der Kleiderberg, der an eine menschliche Deponie erinnert, besteht u.a. aus Kleidungsstücken von namhaften Designern wie Dries Van Noten, Hugo Boss, Tommy Hilfiger, J. Lindeberg, Paul Smidt, Dunhill und Vivienne Westwood. Das Model, kaum zu erkennen, ist der Architekt Wurms, Gregor Eichinger. Er wirkt, wie an der Haltung und Geste abzulesen ist, selbstbewusst und präsent. Sein Ausdruck, fast sogar aggressiv, spricht dafür, dass er nur darauf gewartet zu haben schien, abgelichtet zu werden und betont noch einmal die Lächerlichkeit der Szenerie. Als hätte er wenige Sekunden vor dem Bild nur geschriehen“ Na, mach schon! Knips endlich ab!“
S/S 2011 trends – worn all at once

Seit dem demokratischen Internet, das die Tür zur Selbstdarstellung jedem “Normalo” geöffnet hat, begann vor einigen Jahren die Darstellung des eigenen Outfits ganz nach dem Motto „Was habe ich heute an“ erst auf Foren, dann auf Plattformen wie Lookbook.nu. Was bei LB noch relativ künstlerisch aussieht, hat auf den tausenden Modeblogs schon an anderem Ausmaß genommen. Was genau die Aussage dabei ist, bleibt unklar. Vor lauter Kleidung, ist der Mensch jedenfalls nicht mehr zu erkennen. Kleidung rückt in den Vordergrund und beginnt die Identität des Menschen zu bekleiden, er wird verwechselbar nicht auffindbar, verschwindet in einem tragbaren Kleiderschrank. Hauptsache etwas tragen, dass auffällt, nicht zusammenpasst und Designerprodukt ist. Statt mit Kleidung Persönlichkeit zu betonen, wird die Persönlichkeit nur bedeckt, nicht mit Materie, sondern lösbarem Material. Wie der Titel schon sagt “S/S 2011 trends – worn all at once”, scheitert der “Modemensch” beim Versuch, alle Trends gleichzeitig nachzuahmen. Denn allein physisch ist eine (geistige) Bewegung unmöglich.

Der österreichische Künstler Erwin Wurm, der sich gern mit Alltagsgegenständen in Form von Skulptur und Plastik auseinandersetzt, erhielt bereits eine sehr gute Resonanz für die Ausstellung „One Minute Sculptures“, die ihm zu eines der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler machte.

Satire über den Mann ohne Verstand

Satire über den Mann ohne Verstand (Bild: mtoprak)

Bilder: http://www.great.szpilman.de/index.php?/w/wurm-erwin/

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