“Mode als Seismograph des Zeitgeistes”. Es ist ein altbekanntes Zitat, doch es scheint in Vergessenheit geraten zu sein, denn die Bedeutung scheint nicht der Gegenwart gleich zu kommen.
An der Occupy Bewegung treffen Menschen verschiedenster Generationen und Kulturen zusammen, die alle das gleiche Ziel verfolgen: Gerechtigkeit, in erster Linie!
Interessant ist dabei auch der Aspekt der Kleidung, welche zum Kommunikationsmittel wird. Die Kleidung ist bunt, und sehr frei. Ich erkenne hier Menschen, die für mehr Freiheit kämpfen und von ihrer eigenen welche opfern.
Mit Anzügen kann die Mode aber auch ganz schnell eine Satire darstellen und die Uniformierung kritisieren und bloß stellen.

Wie Kanye West in Givenchy und Balmain erscheinen, verfehlt eher den Sinn. Es wird ganz klar: in einer solch großen Masse machen sich die Selbstdarsteller die Straße einer politische Bewegung zum Vorteil. Mir ist alles Recht. Hauptsache sie gehen überhaupt auf die Straße und werden damit, ob nun gewollt oder nicht, zum Vorbild.
In Deutschland sind wir zum Glück noch nicht so weit, dass die “Occupy Wall Street zu einer “als politische Bewegung getarnte Modenschau” wird, wie Brendan O´Neill auf Zeitonline zitiert wird.
Um die Masse anzusprechen, wie auch Johannes Thumfart schreibt, wäre es aber nicht ganz falsch, von der Oberflächlichkeit Gebrauch zu machen, somit auch der Mode.

Die New York Times hat eine Modestrecke zur Occupy Wall Street veröffentlicht. Was auf Zeitonline unter dem Artikel “Die Kommerzialisierung des Klassenkampfs” als “Modestrecke mit Protestlern in High Heels und Hipster-Outfits” bezeichnet wird, bewerte ich ganz anders.
Wenn man sich nicht nur durchliest, woher die Menschen ihre Kleidung her haben, sondern auch, warum sie protestieren, erkennt man schnell, dass sie primär nicht auf die Straße gehen, um ihres Stils wegen fotografiert zu werden. Das hat mit dem Hipster-Dasein gar nichts mehr zu tun.

Wer die Bilder der Protestlern der Deutschen sieht, die ich machen konnte, wird schnell merken, dass Kleidung dieser Menschen nicht das Gehorchen eines Diktats ist, sondern viel mehr ein politisches Statement.
Ich wünsche mir von all den jungen Menschen da draußen, endlich auf die Straße zu gehen, um zu protestieren, abgelichtet zu werden als Revolutionär! Demonstriert endlich eure Meinung, nicht einzig allein eure Kleidung! Geht auf die Straße! Und das auch gerne zurechtgemacht in der tollsten Kleidung.



http://www.zeit.de/kultur/2011-10/occupy-modebewegung

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