Während der Campus Frankfurts zum schönsten Campus Europas gewählt wurde, meide ich ihn jeden Tag. Er ist sehr sauber, fast zu sauber. An einem Ort der Bildungsstätte meiner Jugend sehne ich mich nach Freiheit für Individualität, Chaos und Bequemlichkeit. Doch ich finde nichts wieder als Starrheit, Ordnung und Wiederholung.
Dazu trägt die Architektur des IG-Farbenhauses, das als stilistische Richtlinie für die weiteren Gebäude gilt, die Fachrichtungen und die Studenten dieser erheblich bei. Gebäude, frisch gemähter Rasen und kostümierte junge Menschen harmonieren ganz hervorragend. Es ist ein Bild der Elite mit dem Wert des Materialismus, einem anderen Verständnis von Glück und Lebensführung. Auf der Wiese oder auf der Bank am Becken mit einem Buch in der Hand sehe ich kaum welche. Es ist ein Ort der Übung des “Sehen und Gesehenwerdens” der Gegenwart für einen besseren Auftritt in der Zukunft. Es ist nicht der Ort, an dem eine Studentin der Geisteswissenschaften gerne ihren Tag verbringt.

Der Campus meiner Träume liegt in Nordamerika. In den USA. In Chicago.
In unzähligen Filmen sah ich ihn oder sie dort sitzen, unter einem Baum, lesend schreibend mit einem Buch in der Hand. Ich mag nur den Hauch der Atmosphäre vor dem Bildschirm eingeatmet haben, doch das gotische Gebäude von Efeu verfeinert und Bäumen umrahmt kann nur der Traum jedes Literaturstudenten sein, right Sebastian?


mehr Bilder hier: http://uchicagoadmissions.tumblr.com/

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