Ich sehe sie oft in meinen Träumen, am helllichten Tage. Sie lässt die Sorgen schwinden, ihre Silhouette lässt mich schwinden in ihrem Körper, indem ich mich befinde. Die Sorgen der Welt sind vergessen, dabei lauern sie an jeder Ecke. Ich will meine Augen schließen, es fühlt sich gut an. Öffne ich sie, ist die Welt düsterer denn je.
Es ist, als könne das Zurücklehnen niemals die Schmerzen lindern. Das ist es nicht, das Leben. Nichts fühlt sich richtig an, die Wahrheit liegt in der Ferne, nachdem sich der Körper streckt. Vielleicht ist das das Leben. Das Gefühl, nicht genug zu wissen, immer auf der Suche nach der Wahrheit.
War es das Leben des Menschen, galt dies wie eine Gleichung, war sie allgegenwärtig? Und dabei konnte ich nicht einmal die geschriebenen Worte auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Ich kenne die Wahrheit nicht.
Was machte den Menschen zu alldem? Die Einsamkeit, der Verlust der körperlichen und gedanklichen Nähe, ach, dabei hatte sie doch nie existiert.
Am Himmel leuchteten nur die Sterne wie nur die einsamen auf dem grauen Asphaltboden leuchten. Die Einsamen, die Benachteiligten. Normabweichend. Die Welt ist wahnsinnig, weil die einigen wenigen sie verrücken.
Sieh bloß genauer hin, sage ich mir selbst. Das Leben besteht nicht nur aus Schönheit. Lass den Traum nicht Traum sein. Er verdient es nicht, es ist der Realität gegenüber nicht loyal.
Also laufe ich. und laufe ich. Nicht davon, sondern der Wahrheit entgegen, am hellichten Tage, nachdem ich mich aus meinem Traum reiße.


“Darf ich Sie fotografieren für den Stil der Straßen”. Sie lächeln. Der Herr mit der Brille ruft laut “the first gaycouple.” Sein Freund schubst ihn und sagt “psssst, söyleme.” (Sag es nicht.) “Das symphatischste und stylischste Paar bis her, antworte ich, um ihm die Angst zu nehmen, meine Gedanken mit ihm zu teilen, seiner Verunsicherung keine Chance zu geben.” Und da küsst er ihn. Das Bild konnte ich in diesem Bild nciht einfangen, also bat ich ihn, seinen Freund ein zweites Mal zu küssen. Wie oft sie noch ihre Identität und Liebe verschweigen müssen, den Mut des Freundes wird er niemals vergessen.


Obdachlose Menschen und Hunde, wo das Auge reicht. Sie sind in keiner Großstadt gut aufgehoben. Wie es ist, nirgends dazugehören, fühle ich tagtäglich. Aber wie es ist, kein Dach über den Kopf zu haben, musste ich nie erfahren. Das Leben meint es nicht immer gut mit uns.
Ich wünschte bloß, die Rolle dieser Menschen würde im Schauspiel des Lebens nicht existieren.


Sie ernährt ihre ganze Familie an ihrem einzigen freien Tag. Heute ist Samstag, das kleine süße Mädchen hat heute keine Schule. In der Kälte sitzt sie da, ihre Nase läuft, sie friert. Nacheinander schmeißt ihr jeder das Geld in die Box. Sie ist aufgeweckt, sie kennt die Welt und steckt das Geld sofort ein. Kein Lächeln der Passanten bringt sie zum Lächeln. Ihre Schwestern beobachten den kleinen Rotschopf und lächeln, freuen sich mit leerem Magen darüber, dass sie zu Abend etwas zu essen haben werden.

Hast du ein Auge für die Wahrheit zwischen dem prachtvollen gespritzen Apfel in Weiß, der dir ein Leben verspricht ohne Sorgen der Welt, der dich mit elektronischen Tönen die Welt vergessen lässt? Vertrau ihr, öffne dein Herz für sie: Die Kunst fordert dich auf: Denke, Siehe, Höre, und Spreche!

Bilder: Meltem Toprak

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