Ich stelle mir das Leben wie eine Zugfahrt vor. Nicht jeder wird sich neben mich setzen wollen. Andere werden es mit Mühe wagen, mich darum zu bitten, den Platz zu befreien, obwohl ich diesen mit meiner Tasche beschützte, mich selbst beschützte.  Sie werden einsteigen und aussteigen. Wenige von ihnen, werden mich vom Anfang bis zum Ende begleiten. Die meisten werden einige Stationen mit mir fahren, andere werden den Zug verpassen, oder einen anderen Zug nehmen, oder sie werden den selben Zug zu einer anderen Zeit nehmen.

Manche von ihnen werden vonder ersten bis zur letzten Station mit mir fahren. Ich werde sie nie bermerken, weil sie in einem anderen Abteil sitzen, vielleicht aber sogar mir gegenüber. In der Zwischenzeit werde ich aus dem Fenster geblickt haben, in die Seiten meines Buches, oder einem mich Verlassenden hinterherblicken. Und dabei werde ich jedes Male denen entgegen blicken, meine Tasche an mich ziehen, um den Platz zu befreien für jene Einsteigenden.

Es werden viele Menschen in unser Leben einsteigen und aussteigen. Manche von ihnen werden nur dazu bestimmt sein, wenige Stationen mit uns zu fahren, andere werden ein Leben lang im gleichen Zug sitzen, wir werden sie nie bemerken. Viel zu spät, wenn der Zug an der Endstation angekommen ist, und wir sehen, dass wir die einzigen Menschen sind, die dieses Ziel hatten, aber wer weiß, vielleicht beginnt da, wo wir ein Ende sehen, der Anfang.

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